
Beim ersten Test ist die Antwort meistens klar: Jemand hat sich das Gerät angeschaut, jeden Button gedrückt, jede Anzeige geprüft. Aber beim zehnten Firmware-Update? Beim zwanzigsten? Irgendwann testet niemand mehr jeden Button erneut, aus Zeitgründen, nicht aus Nachlässigkeit. Und genau dort schleichen sich die Fehler ein, die später teuer werden.
Wie löst man das, gründlich und wiederholbar, ohne dass bei jedem Update wieder jemand tagelang vor dem Panel sitzt?
Bei uns so: Ein Roboterarm drückt auf „Aufheizen". Ein Simulator lässt die Temperatur steigen. Ein System prüft, ob Anzeige, Grenzwert und Warnmeldung genau das tun, was die Anforderung verlangt. Kein Mensch sitzt daneben, aber jeder einzelne Prüfschritt wird mit Screenshot dokumentiert.
Das ist SABOtap: der robotergestützte Testservice von SABO IT für die automatisierte Prüfung von Touch-Bedienoberflächen auf realer Hardware.
Touch-Bedienoberflächen manuell zu testen ist langsam, inkonsistent und über mehrere Firmware-Stände hinweg kaum wiederholbar. Genau die Fehler, die auf der Werkbank im Labor nicht auffallen, tauchen später im fertig verbauten Gerät auf, und die sind teuer, weil sie spät gefunden werden.
Und bei Audits? Da fehlt selten das Testergebnis. Es fehlt der Nachweis, dass wirklich getestet wurde, und zwar so, wie es später jemand tatsächlich bedient.
Was macht einen Test eigentlich glaubwürdig? Nicht, dass irgendetwas „funktioniert hat", sondern dass jemand oder etwas genau das getan hat, was ein Mensch auch getan hätte, und genau festgehalten hat, was dabei passiert ist.
Ein Roboterarm bedient das Bedienfeld genauso, wie es ein Mensch tun würde: tippen, wischen, gedrückt halten. Eine Kamera liest dabei laufend, was auf dem Display tatsächlich zu sehen ist. Und ein Simulator liefert dem Gerät die Sensorwerte, auf die es reagieren soll, etwa Temperatur oder digitale Eingänge.
Der geschlossene Regelkreis in einem Satz: Der Roboter drückt „Aufheizen". Die simulierte Temperatur steigt. Das System prüft, ob Anzeige, Grenzwert und Warnmeldung dem entsprechen, was die Anforderung verlangt.
Wichtig dabei: SABOtap interagiert mit dem physischen Gerät, nicht mit dem Code dahinter, in der Regel ohne jede Anpassung an der Firmware. Ist das dasselbe wie klassisches Hardware-in-the-Loop-Testing? Nicht ganz: HIL arbeitet auf einer deutlich niedrigeren Ebene und bildet menschliche Bedienung nicht nach. SABOtap testet aus der Perspektive dessen, der später tatsächlich vor dem Gerät steht. SABOtap ergänzt Unit-, Integrations- und HIL-Tests, es ersetzt sie nicht.
Was passiert, wenn sich ein Bedienelement um wenige Millimeter verschiebt? Bei vielen automatisierten Tests: nichts. Das System erkennt den Button trotzdem, gleicht die Verschiebung im Hintergrund aus, meldet „bestanden".
SABOtap tut das nicht. Es meldet die Verschiebung als Befund, nicht als Unschärfe, die automatisch korrigiert wird. Bei einem Bedienfeld einer Maschine oder eines Medizingeräts ist die verschobene Taste der Befund. Nicht etwas, das ein Test stillschweigend wegbügelt.

Aber woher weiß der Roboter eigentlich, was er testen soll? Bevor getestet wird, muss eine Anforderung testbar formuliert sein. Dafür gibt es SaTI. Im ersten Schritt führt SaTI ein Review Ihrer Anforderungen durch und benennt, was unklar oder unvollständig beschrieben ist. Das Ergebnis dieses Reviews ist die Grundlage für den zweiten Schritt: Daraus entstehen die Entwürfe der zugehörigen Testfälle. Freigegeben werden die Entwürfe von einem Tester. SaTI ersetzt diese Entscheidung nicht, sondern bereitet sie vor.

Muss das Gerät dafür zu uns? Nicht zwingend, es gibt zwei Wege.
Testservice in unserem Labor. Sie schicken uns Ihr Gerät. Wir bauen den Prüfstand auf, führen die Tests durch und liefern am Ende die getestete Anwendung inklusive aller Test-Artefakte: Testfälle, Berichte, Findings.
Prüfaufbau bei Ihnen. Darf das Gerät Ihr Haus nicht verlassen, kommt der Roboter zu Ihnen. Verkauft wird er nicht: Wir stellen ihn für die Dauer der Tests leihweise bei Ihnen auf und betreiben ihn dort, auf Wunsch komplett ohne Netzanbindung.
In der Industrie: SPS- und HMI-Panels, Bedienterminals, Roboterbedienpanels. In der Medizintechnik: Diagnostikanalysatoren, Patientenmonitore, Infusions- und Chirurgiekonsolen, Laborgeräte.
Und wenn ein Gerät gar nicht das Haus verlassen darf, weil es unter Zulassungsauflagen steht? Dann kommt der Prüfaufbau zu Ihnen. Für Medizingeräte bringt der Testservice dieselbe Dokumentations- und Nachweisdisziplin mit, nach der unsere eigene Entwicklung arbeitet: EN IEC 62304 und DIN EN 60601-1.
Und was ist mit Geräten, deren Panel man gar nicht erst ausbauen will? Für größere Panels und für Fälle, in denen ein Gerät gar nicht zerlegt werden soll, arbeiten wir an einer zweiten Roboter-Generation, die direkt an der Maschine testet, statt das Panel zur Prüfung zu holen.
Uns interessiert, wo bei Ihnen der eigentliche Schmerzpunkt liegt: die Zeit, die manuelle Tests fressen? Die Abdeckung, die nie ganz vollständig ist? Oder die Nachvollziehbarkeit, also der Nachweis, dass wirklich getestet wurde, was getestet werden sollte?
Und ganz konkret: Welchen manuellen Touch-Panel-Test würden Sie am liebsten nie wieder von Hand durchführen? Schreiben Sie es gern in die Kommentare, wir lesen mit.




